Sprungmarken

Lust und Verbrechen. Der Mythos Nero in der Kunst

Begleitband zur Ausstellung im Stadtmuseum Simeonstift Trier

Es ist vor allem Hollywood zu verdanken, dass Nero heute zu den populärsten Figuren der Antike zählt. Filme wie „Quo Vadis?“ mit Peter Ustinov in der Rolle des Kaisers haben das Nero-Bild ganzer Generationen geprägt. Die kollektive Vorstellung vom Brandstifter und Mörder, vom Kaiser, der verrückt, blutrünstig, grausam, unfähig, verweichlicht, sexbesessen und lasterhaft war, hat eine jahrhundertelange Tradition. Bereits wenige Jahre nach seinem Tod im Jahre 68 n. Chr. beginnt diese Kulturgeschichte des schlechten Rufs und zieht sich bis in die jüngste Vergangenheit. Antike Geschichtsschreiber, die ihm meist nicht wohl gesonnen waren und eine christlich geprägte Dämonisierung in der Spätantike, dem Mittelalter und der frühen Neuzeit haben die Grundlage dazu gelegt. Nero wurde zum Prototyp des Antichristen stilisiert. Erst in den vergangenen Jahrzehnten wird die Überlieferung zu Nero kritisch hinterfragt, werden die einseitigen Quellen und Berichte hinterfragt. Die tendenziös negative Hofberichterstattung weicht einer quellenkritischen Sicht auf die Zeugnisse zu seiner Herrschaft, seinen Verbrechen aber auch die seiner Verdienste.

Die Ausstellung verfolgt die Tradition des Nero-Bildes vom Mittelalter bis in die Gegenwart, zeigt anhand von Werken der Bildenden Kunst, der Oper, der Literatur und des Films bis hin zur Karikatur seine „Karriere“ in der Kunst und auf dem Boulevard.

  • 71 Seiten, gebunden
  • zahlreiche Abbildungen

Preis: 9,80 Euro