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Johann Anton Ramboux, Römische Bäder,

 

 

Stadtmodell, Trier um 1800

 

 

Georges-Adelmard Bouet, Hauptmarkt mit Steipe, 1886

Nordflügel, Erstes Obergeschoss

 

Im ersten Obergeschoss veranschaulichen ausgwählte Exponate die Geschichte Triers von der Antike bis in die heutige Zeit.

 

Leben mit der Antike

Trier gilt als die älteste Stadt Deutschlands. Die Moselstadt wurde um 18/17 v. Chr. gegründet und war im 4. Jahrhundert eine der Kaiserresidenzen des Römischen Reiches. Damals reichten ihre Anlagen von der Nordallee bis etwa zur Töpferstraße im Süden. Das Straßennetz war systematisch gerastert, am Schnittpunkt der beiden Hauptstraßen lag das Forum, der heutige Viehmarkt.

Die Folge "Malerische Ansichten der merkwürdigsten Alterthümer und vorzüglicher Naturanlagen im Moselthale bey Trier" zeugt von der Begeisterung, die antike Bauwerke auch im 19. Jahrhundert noch hervorriefen. Die Serie stammt von dem Trierer Künstler Johann Anton Ramboux (1790-1866), der wie kein anderer Trierer Maler seiner Heimatstadt ein exzellentes Denkmal setzte.

 

Das Stadtmodell

Zu den beliebtesten Exponaten in diesem Raum gehört ein Stadtmodell, das den Zustand Triers in der Zeit um 1800 wiedergibt. Eindrucksvoll lässt sich hier die ursprüngliche Stadtanlage mit Straßenführungen und Bauwerken nachvollziehen.

 

Die mittelalterliche Stadt (1000-1500)

Nach den Verwüstungen der Völkerwanderung im 5. Jahrhundert und der endgültigen Einnahme Triers durch die Franken um 485 verfielen die römischen Anlagen. Mit der Zeit entstanden immer mehr geistliche Gemeinschaften. Kirchen und Klosteranlagen wurden gebaut. Zentrum des mittelalterlichen Triers wurde schließlich der Dom St. Peter mit der südlich angrenzenden Liebfrauenkirche.

 

Porta Nigra und Simeonstift

Im römischen Nordtor, der Porta Nigra, ließ sich zu Beginn des 11. Jahrhunderts der Einsiedler Simeon nieder. Nach seinem Tod 1035 wurde er heilig gespro-chen und die Porta Nigra in eine Stiftskirche umgewandelt. Da sie nun zu einem heiligen Ort geworden war, entging sie dem Abriss - im Gegensatz zu vielen anderen Großbauten, die als Steinbrüche genutzt wurden.

 

Stadt der Bischöfe und Bürger

Nach dem Verfall der römischen Stadtmauer bildete der wohl seit der Zeit um 1000 ummauerte Dombering mit seinem davor liegenden Markt den Kern des mittelalterlichen Triers. Stadtherren waren die Erzbischöfe. Daneben verfestigte sich seit dem 12. Jahrhundert die Stadtgemeinde. An ihrer Spitze standen die Schöffen und der Schöffenmeister und später zusätzlich zwei Bürgermeister. Das Rathaus befand sich auf dem heutigen Kornmarkt, darüber hinaus errichtete die Stadt im 15. Jahrhundert am Hauptmarkt die so genannte Steipe als Fest- und Tanzhaus.

 

Trier in der frühen Neuzeit (1500-1800)

Seit dem späten Mittelalter zeichnete sich der Niedergang Triers ab. Nach einem gescheiterten Reformationsversuch 1559 wanderten weite Bevölkerungsschichten ab, 1580 verlor die Stadt außerdem ihr Bestreben, die Herrschaft der Erzbischöfe abzuschütteln. Hexenprozesse, Seuchen und nicht enden wollende Kriege schufen ein Klima der Bedrückung. Ende des 17. Jahrhunderts war der Tiefpunkt erreicht, Trier zählte nur noch rund 2.800 Bürger.

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