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Veranstaltungen des Freundeskreis
Ausflug des Freundeskreises zur Ordensburg Vogelsang in Schleiden / Eifel am Samstag, 5. Juni 2010
Die Ordensburg Vogelsang liegt mitten im Nationalpark Eifel. Seit ihrer Öffnung für Besucher im Januar 2006 geht die Konversion der ehemaligen NS-Schulungsanlage kontinuierlich voran. Die Vision für das jahrzehntelang militärisch genutzte Gelände ist die Schaffung eines internationalen Zentrums, das neben einer Ausstellung zur Geschichte der Ordensburg auch Führungen und Seminare sowie eine Jugendherberge für Übernachtungsgäste bieten soll. Die Umwandlung hat bereits begonnen, ist aber noch längst nicht abgeschlossen.
Der Freundeskreis des Stadtmuseums Simeonstift besuchte nun am Samstag, 5. Juni 2010, die inzwischen denkmalgeschützte Anlage und erhielt in einer überaus kenntnisreichen Führung Einblicke in die Planungen und den aktuellen Stand der Konversionsbestrebungen.
Vogelsang wurde ab 1934 von den Nationalsozialisten errichtet und diente ursprünglich der Ausbildung ihrer künftigen politischen Führungskräfte. In den 1940er Jahren erzogen hier außerdem von der Partei ausgewählte Lehrkräfte Internatsschüler der „Adolf-Hitler-Schulen". Nach der Besetzung durch die Amerikaner wurde die Anlage bis 2005 zunächst vom britischen, seit Mitte der 1950er Jahren vom belgischen Militär als Truppenübungsplatz genutzt. Die überdimensionalen Gebäudekomplexe dienten vorrangig als Unterkünfte und boten bis zu 1000 Personen einen Schlafplatz. Erst seit vier Jahren sind das Gelände und die Gebäude für die Öffentlichkeit zugänglich.
Der Freundeskreis des Stadtmuseums traf sich zunächst auf einem großen Paradeplatz, dem sogenannten Adlerhof, von dem aus sich ein fantastischer Ausblick auf ein einzigartiges Eifelpanorama öffnete. Hier begann die Führung. In einem angrenzenden Besucherforum informierten Schautafeln und ein Modell knapp über die Ordensburg. Dieser Bereich soll künftige professionell ausgeweitet und in ein eigenes Gebäude verlegt werden. Denn die Umnutzungsmaßnahmen verstehen sich als Beitrag zur Aufklärungsgeschichte über die Zeit des Nationalsozialismus. Der Schwerpunkt wird – der ursprünglichen Funktion Vogelsangs entsprechend – auf den Auswirkungen nationalsozialistischer Erziehung und Beeinflussung liegen. Derzeit ist ein Großteil der Anlage noch ungenutzt, viele der Häuser stehen leer.
Doch die Führung ermöglichte es den Teilnehmern, auch einen Blick in die noch umzubauenden Gebäudekomplexe zu werfen. Über holprige Wege und Moos bewachsene Treppen ging es in modrig riechende Kellerräume oder einen alten, dem Zeitgeschmack entsprechend im Fach-werkstil gestalteten Speisesaal. Ein Highlight war sicherlich ein historisches Filmtheater aus den 1950er Jahren – mit noch originaler Wandbespannung, konisch geformten Leuchten und einem Orchestergraben für bis zu 70 Musiker. Auch dieser Saal steht unter Denkmalschutz und soll aufwändig restauriert werden. Im vergangenen Jahr trat hier bereits die WDR-Bigband auf. Man darf gespannt sein, wie sich Vogelsang in den nächsten Jahren verändern wird.
Der Freundeskreis des Stadtmuseums Simeonstift unternimmt regelmäßig Ausflüge zu Museen und kulturgeschichtlichen Sehenswürdigkeiten der Region. Vor der Ordensburg Vogelsang besuchte er beispielsweise das arp-museum Rolandseck und erhielt eine fantastische Führung durch die dortige Sammlung. Mitglieder haben außerdem freien Eintritt ins Stadtmuseum Simeonstift, werden zu exklusiven Vorbesichtigungen der Sonderausstellungen eingeladen und erhalten Informationen zu allen Veranstaltungen des Hauses. Der Jahresbeitrag beträgt 30,- €, der der Museumsarbeit zugute kommt. Interessenten können sich unter Tel. 0651 / 718 14 59 oder stadtmuseum@trier.de informieren und beitreten.
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