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Hans Proppe

Hans Proppe, hier ein Porträt um 1927, probierte ganz dem Zeitgeist verpflichtet immer wieder Neues aus. Zeitweise lebte er als Lebensreformer, war er Selbstversorger mit zahlreichen Obst- und Nussbäumen und hielt auch Tiere. Foto: © Stadtmuseum Simeonstift Trier
Hans Proppe, hier ein Porträt um 1927, probierte ganz dem Zeitgeist verpflichtet immer wieder Neues aus. Zeitweise lebte er als Lebensreformer, war er Selbstversorger mit zahlreichen Obst- und Nussbäumen und hielt auch Tiere. Foto: © Stadtmuseum Simeonstift Trier

Sonderausstellung vom 29. August bis 26. November 2017 und ab dem 16. Januar 2018

Hans Proppe war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts einer der interessantesten Professoren und Künstler der Stadt Trier. Seit 1904 war er als „Architekt für Kunstgewerbe“ an der Gewerblichen Fortbildungs- und Gewerbeschule – der heutigen Hochschule Trier – tätig.

In den Jahren 2013 und 2014 haben die Nachkommen Hans Proppes einen großen Teil des privaten Nachlasses in die Hände des Stadtmuseums Simeonstift Trier gegeben. Zahlreiche Fotografien, Zeichnungen, Postkarten, Schriftstücke und Briefe ermöglichen nun einen tiefergehenden Blick auf Hans Proppe, der das Kulturleben zu Beginn des letzten Jahrhunderts in Trier um viele Facetten reicher gemacht hat.

Die Ausstellung im Stifterkabinett zeigt ausgewählte Stücke aus dem Nachlass, mit denen das Leben und Wirken des Trierer Avantgardisten lebendig wird. Vieles, was vor 100 Jahren modern und innovativ war, ist auch heute noch Thema. Hans Proppes Weltanschauung beinhaltete neben Mazdaznan, Vegetarismus und anderem auch das Gemeinschaftserlebnis und -leben mit Freunden und Kollegen in seinem Haus im Grünen, Zentrum einer selbst organisierten Künstlerkolonie.

Vieles, was vor 100 Jahren modern und innovativ war, findet sich in alternativen Lebensentwürfen der Gegenwart wieder, sei es der Trend zum „Urban Gardening“, der Kommunen-Gedanke oder die Arbeit in Künstlerkollektiven.

Mit dem vereinten Nachlass ist nun ein wichtiger Teil der Geschichte Triers des frühen 20. Jahrhunderts wieder am Ort seiner Entstehung. Ein großer Dank geht an die Familie Proppe, die dazu beiträgt, die Erinnerung an einen wahren Trierer Freigeist aufrechterhalten zu können.

Lesetipp

Zeitgleich zur Ausstellung wird eine Publikation zu Hans Proppe mit zahlreichen Abbildungen aus dem Nachlass Proppe erscheinen.

 
Bildergalerie
  • Mit jeweils unterschiedlicher Anzahl an Sesseln und Platten wurden auch große Tafeln gestellt, um alle Gäste an einen Tisch setzen zu können. Foto: © Stadtmuseum Simeonstift Trier
  • Hans Proppe hat sein Haus in Euren immer wieder farbig dekoriert, meist in den Farben der Mazdaznan-Bewegung, der er anhing. Immer wieder verwendet wurden die Grundfarben rot, blau und gelb in Kombination mit weiß und schwarz. Im Lauf der Jahre entwickelte Hans Proppe eine darauf fußende Farbenlehre. Foto: © Stadtmuseum Simeonstift Trier
  • Aus den Proppe-typischen Dreieckshockern entstanden aneinandergestellt eckige, dreieckige oder auch sternförmige Tische. Aufeinandergetürmt wurden sie gar zu einer dekorativen Skulptur. Foto: © Stadtmuseum Simeonstift Trier
  • Im ländlichen Euren inmitten der Natur errichtete Hans Proppe ein für 1909 absolut avantgardistisch gestaltetes Haus mit glatten weißen Wandflächen und raffiniert angeordneten Fenstern. Das nach dieser Zeichnung von Heinrich Tessenow entstandene Anwesen war zu seiner Entstehungszeit das modernste Wohnhaus Deutschlands – Jahre vor den glatten Fassaden des Bauhauses. Er terrassierte seinen „Berg an der Sonne“ und bewirtschaftete ihn auch selbst. Foto: © Stadtmuseum Simeonstift Trier