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Der Napoleonbecher

Auf dem Deckel findet man den Anlaß zur Gravur und den Besitzer des Gefäßes:

"Gravure commandée à la memoire de ce mémorable evenement par Emmeric Grach, possesseur de cette coupe."

"Diese Gravur wurde zur Erinnerung an jenes denkwürdige Ereignis von Emmerich Grach, dem Besitzer dieses Bechers, in Auftrag gegeben."

 

Der Ehrenweinbecher

Es handelt sich um einen Deckelbecher mit Löwenfüßen. Er weist eine Höhe von 18,5 cm auf und einen Durchmesser von 10,6 cm an der breitesten Stelle. Sein Gewicht beträgt 362 g.

Der im Gefäßboden und im Deckel eingeschlagenen Stadtmarke nach wurde das Stück zwischen 1680 und 1684 in Augsburg hergestellt. Den Goldschmied zu ermitteln, der es gefertigt hat, ist schwierig, da die Meistermarke verschlagen und somit nur schwer identifizierbar ist. Als Material diente Silber, das ursprünglich nur teilvergoldet war, zu einem späteren Zeitpunkt – wahrscheinlich für den Kaiserbesuch – dann aber vollständig feuervergoldet, aber erst später graviert wurde. Die Wandung ist mit drei Reliefköpfen verziert, die von ovalen Medaillons eingerahmt werden. Es handelt sich dabei um die lorbeerbekränzten Köpfe dreier römischer Kaiser im Profil. Die beigegebenen Inschriften erlauben ihre Identifizierung: Otho, Vespasian und Domitian. Die Zwischenräume der Medaillons sind mit symmetrisch aufgebauten Festons aus Früchten und Blättern besetzt, die wie auch die Kaiserköpfe in erhabener Treibarbeit gefertigt wurden. Sie leiten zu den Füßen des Bechers über, die als drei gleiche schreitende Löwen mit erhobener linker Vordertatze geformt und an den Boden angelötet sind.

Der Stülpdeckel ist mit einem Reliefband aus Früchten und Blättern verziert, vor das drei Adler mit ausgebreiteten Schwingen gesetzt sind. Als Griff wurde die Figur eines stehenden Löwen angeschraubt, der einen Wappenschild mit dem napoleonischen Adler hält. Der Art der Ausführung nach dürfte es sich dabei aber um eine Änderung handeln, die speziell aus Anlaß des kaiserlichen Besuchs in Auftrag gegeben wurde.

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