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Der Napoleonbecher

Der Besuch Kaiser Napoleons in Trier

Napoleon Bonaparte, Erster Konsul der Französischen Republik, war am 18. Mai 1804 zum Kaiser der Franzosen ausgerufen worden. Auf einer Reise durch die deutschen Städte links des Rheins kam er am 6. Oktober nach Trier. Der Trierer Buchhändler Johann Anton Schröll gab kurz nach dem Besuch eine Beschreibung heraus, in der auch die Begrüßungszeremonie, bei der der Becher eine wichtige Rolle spielte, beschrieben ist:

 

Die Repräsentanten der Stadtverwaltung erwarteten den Kaiser zusammen mit einer Ehrenwache vor der Stadt, wobei der Beigeordnete Emmerich Grach die Bereitstellung des Ehrenweins zur Aufgabe hatte. Nach dem Eintreffen des Kaisers empfing ihn Bürgermeister Recking:

 

"Der Herr Maire trat sofort vor den Wagen Ihrer Majestät, hielt an Dieselbe eine kurze Anrede, und präsentierte die Stadtschlüsseln, sowie auch den Ehrenwein. Ihro Majestät, nachdem Sie voraus gefragt hatten, ob der Ehrenwein Landeswein sei, nahmen ihn mit vieler Güte an, kosteten davon, und gaben ihn nachher dem Herrn Maire zurück, mit den Worten: Ja Herr Maire, sie haben einen recht guten Wein."

 

Die nachträglich eingravierte Inschrift erinnert an den Kaiserbesuch:

"NAPOLEON I. Empereur des Français, à son entrée faite dans la ville de Trèves le 6 Octobre 1804 a bû, en se conformant à l'usage du pays, avec cette coupe des vins-d'honneur, qui lui ont été présentés par A. J. Recking Maire accompagné de ses ad-joints A. F. Willems et E. Grach."

 

"Napoleon I., Kaiser der Franzosen, hat bei seinem Einzug in die Stadt Trier am 6. Oktober 1804 nach Landessitte aus diesem Becher den Ehrenwein getrunken, der ihm von Bürgermeister A. J. Recking in Begleitung seiner Beigeordneten A. F. Willlems und E. Grach gereicht wurde."

 

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