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Aber wollten wirklich alle „befreit“ werden? Die Revolution als Verheißung und Bedrohung, die Eroberung als Befreiung oder erneute Knechtung? Die französische Amtssprache, die Währungsumstellung (wie gerade beim Euro erfahren), die neuen Maße und Gewichte, wurden sie als frühe Chance zu multikultureller Lebensführung oder als Fremdheit im eigenen Land erfahren? Wie erlebten die „französischen“ Deutschen, die „französischen“ Luxemburger die tiefgreifenden Umwälzungen im gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereich? Wie echt oder verordnet war die Begeisterung für den gemeinsamen Kaiser Napoleon, der von Sieg zu Sieg eilte und dazu fast eine ganze Generation wehrfähiger Männer unter seine Fahne zwang und dezimierte.

 

 Gemeinsam gejubelt – gemeinsam gelitten: Die Kenntnis dieser historischen Zusammenhänge wird dazu beitragen, die freundschaftlichen Bindungen und Vernetzungen im Dreiländereck Deutschland/Frankreich/Luxemburg wie auch das Bewusstsein einer gemeinsamen europäischen Identität nachhaltig zu stärken. Denn die hier als Vergangenheit eingefangenen Erinnerungen der beteiligten Nationen sollen im Zeichen Europas zu einem gemeinsamen Bild der Gegenwart werden. Erinnerung braucht einen zukunftsträchtigen Träger.

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